10. Dezember

Ms sind neugierig und oft auch kreativ. Aber sind sie auch handwerklich begabt? Das kommt wahrscheinlich auf den Einzelfall an. Wer es testen will, für den besteht die Möglichkeit, einen Intarsien-Workshop zu besuchen. Hier ist Neugier gefragt (was sind Intarsien und wie macht man sie?), Kreativität (Stern oder Herz? Tablett oder Kästchen?) – und an handwerklichem Einsatz kommt man nicht vorbei. Das bewiesen diesen Oktober die sieben Teilnehmer*innen, die in der Nähe von Passau und unter Anleitung einer Schreinermeisterin zwei Tage lang designten, schnitten, sägten und ölten. Nach 2019 war es der zweite Intarsienkurs speziell für Ms und ihre Freunde – unter erschwerten Bedingungen, denn Corona machte strenge Hygiene- und Abstandregeln sowie eine Maskenpflicht notwendig, an die sich alle Teilnehmer*innen aber gerne hielten. Übrigens: Es steht bereits fest, dass der Workshop im Herbst 2021 wiederholt wird.

Aber erst mal zum Grundlegenden – was sind Intarsien? Gesehen hat sie wahrscheinlich jeder schon mal. Im Prinzip werden bei Intarsien Elfenbein, Metall oder eben dünne Hölzer verschiedener Farbe und Maserung zu dekorativen Flächen gelegt. Unter dem Begriff „Einlegearbeiten“ kennen viele solche Dekorationen auf Schranktüren oder auf kleinen eleganten Tischchen.

Im Mensa-Kurs starteten die Ms aber erst mal mit kleineren Vorhaben: Fast alle entschieden sich, ein Tablett anzufertigen – das hatte auch im Vorjahr schon gut funktioniert und faszinierende Ergebnisse gebracht. Das zeigte unter anderem das Tablett von Petra, die schon zum zweiten Mal dabei war und ihr Werk aus dem Vorjahr als Inspiration mitgebracht hatte.  Auch bezüglich des Motivs orientierten sich einige Ms an den Erfahrungswerten von 2019: Sterne sehen toll aus, sind einigermaßen leicht anzufertigen auch für Anfänger – und bieten trotzdem so viel kreativen Spielraum, dass am Ende jedes Tablett einzigartig und individuell aussieht.

M Brigitte wählte gleich eine größere Herausforderung: ein sechseckiges Kästchen mit Deckel hatte sie ausgesucht. Eine schweißtreibende Wahl: Denn schließlich musste sie dafür extra passende Außenteile zurechtsägen. Immer noch besser als Kleber abmachen, diesen Arbeitsschritt empfanden einige als eher lästig. Lachend mussten die Teilnehmer*innen aber eingestehen: Das ist Jammern auf hohem Niveau. Denn die Arbeit machte großen Spaß, auch wenn es nicht ganz einfach war, wie die zweite Brigitte im Kurs zugab.

Trotzdem schafften manche Teilnehmer*innen nicht nur ein, sondern sogar zwei Werkstücke. „Eins für mich selbst, zwei zum Verschenken“, entschied Martha, die zusammen mit ihrem Mann Hans-Jürgen zwei Tabletts und ein Schatzkästchen gestaltete. Der konnte sich vor allem auch für die gute Infrastruktur in der Werkstatt begeistern und einiges darüber erfahren, wie in einer Schreinerei gearbeitet wird. Auch Waltraud hat während des Workshops viel Neues erfahren – zum Beispiel, dass Bubinga eines der härtesten Hölzer ist. Eine Herausforderung, wenn man gerade erst die Handhabung des Messers beim Furnierschneiden erlernt.

Aber während die fast fertigen Intarsien geölt wurden und mit Wachs kleine Fehler ausgebessert wurden, schmiedeten alle Teilnehmer auch schon Pläne fürs nächste Jahr: Dann wollen sie mit der Erfahrung dieses Workshops schon kompliziertere Werkstücke anfertigen, kreativere Entwürfe machen, noch genauer und schöner arbeiten. Und vielleicht werden dann im Workshop auch wirklich Weihnachtsgeschenke gebastelt. Denn obwohl der Titel des Intarsienkurses „Weihnachtsgeschenke selber machen“ lautet, haben die meisten Teilnehmer*innen entschieden, ihre Werke selbst zu behalten.  

 

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön aller Teilnehmer*innen an die Schreinermeisterin und ihren Mann für die gute Vorbereitung und die ausführlichen Vorab-Informationen, für die Versorgung und Betreuung während des Kurses und die ausgezeichnete fachliche Beratung.