Mein erstes Jahr

13. Juni 2019 | Tags: , ,

JT 2019

Mein erstes Jahr nach Mensa-Zeitrechnung

oder: Die Freude des Sich-Einbringens

Von Nadine Jounais

Als ich am 1. Januar 2018 Mitglied bei Mensa wurde, hatte ich absolut keine Ahnung, was mich erwarten würde. Ich wusste nur so ungefähr, da könnte ich zu gehören. Mein erstes Treffen wurde Parlons français in einer Crêperie in Hamburg. Völlig nervös machte ich mich an jenem Sonntag von Lüneburg auf den Weg. Jörn Krack, mein Testleiter in Lüneburg, hatte zwar meine Hemmschwelle durch seine Schilderungen etwas gesenkt, aber dieses erste Treffen hat mich wirklich Überwindung gekostet. Mindestens dreimal bin ich zur Tür und zurück, bis ich endlich im Restaurant war und dann fiel mir erst ein, dass ich gar nicht weiß, wie ich die anderen finden soll. Wahrscheinlich bin ich Herbert deswegen aufgefallen und saß nur wenige Minuten später an einem Tisch mit lauter netten Leuten und versuchte meine Französisch-Kenntnisse wieder rauf zu holen. Ich werde diesen ersten Abend nie vergessen und auch nicht die Freundlichkeit, mit der mich Claudia, Cordula und vor allem Herbert aufgenommen haben. Für jemanden, der so introvertiert war wie ich damals, war das wie der Beginn einer neuen Zeitrechnung.
Wer beim Jahrestreffen in Hamburg war, ahnt wohl spätestens jetzt, dass ich beim Orga-Team Hamburg landete und eines der Helferchen wurde. Ich weiß nicht mehr, wann ich dazugestoßen bin, aber mir war klar: Wenn schon so viele Mensaner nach Hamburg kommen, sollte ich versuchen, ein paar davon in meine schöne Heimatstadt Lüneburg zu lotsen. Ich hatte nur eine grobe Vorstellung von der Dimension des Treffens. Und das mit Lüneburg hat ja mit etwas Hilfestellung auch geklappt. Aber erst im Laufe der Orga-Treffen ist mir der Aufwand klar geworden, der betrieben werden muss, um eine solche Großveranstaltung auf die Beine zu stellen. Ich habe neben Herbert noch viele Ms kennengelernt, die in den etwa 15 Monaten, in denen ich im Dunstkreis des Orga-Teams weilte, neben ihren normalen Jobs vielfältige Aufgaben rund um die Vorbereitungen übernommen haben.

Über den eigenen Schatten springen

Wollte ich nun berichten, was es alles an Irrungen, Wirrungen und Problemen gab, ich würde wohl mit meinem Bericht das ganze MinD-Mag füllen. Dabei habe ich nur einen kleinen Teil mitbekommen. Im nachhinein hätte ich gerne mehr gemacht, aber ich hatte beruflich und privat mit Problemen zu kämpfen und als diese gelöst waren, war es schon Dezember. Ich weiß aber nicht, wie das Jahr ohne Herbert, die Telefonate mit ihm, das Orga-Team und dem Ziel des JTs vor meinen Augen ausgegangen wäre. Daher habe ich auch gerne bei den zwangsläufig anfallenden Tätigkeiten wie Tütenpacken mit angefasst und mich auch klaglos während fast des ganzen JTs als Helferchen im Check-In einteilen lassen. Und dabei unbewusst einen der schönsten Jobs abbekommen. Hätte mir vorher jemand prophezeit, ich würde mich freuen, viele Leute kennenzulernen, Stunden im Check-In zu verbringen und abends trotzdem glücklich einzuschlafen, ich hätte es ihm nicht geglaubt.
Ich möchte dieses Glücksgefühl, bei dem Treffen mitwirken zu dürfen, teilen. Die Spannung und Nervosität, wenn plötzliche Hindernisse in der Planung auftauchen, Verhandlungen geführt, Details besprochen und Anpassungen vorgenommen werden müssen. Mal über den eigenen Schatten springen und etwas tun, was man noch nie getan hat. Die Aufregung, wenn dann die selbst organisierten Events gebucht werden. Der Respekt, der einem erwächst, wenn man sieht, welche Gedanken sich das Orga-Team hinsichtlich der Planung und Umsetzung gemacht hat. Der ganze Kleinkram, der bedacht werden will und mehr Zeit in Anspruch nimmt, als man ahnte. Die Zufriedenheit in den Gesichtern der Ms, wenn es Spaß macht und geklappt hat. Die Dankeschöns, die auf vielfältigen Wegen eintrudelten. Klar, ich bin auch an meine Grenzen gestoßen, aber ich habe viele nette Leute kennengelernt, wie es mir ohne meine Tätigkeit im Check-In oder als Guide kaum möglich gewesen wäre.

Teil von etwas Großem

Und dann ist das Treffen vorbei. Es ging so schnell vorüber. Was länger bleibt, ist das Gefühl, was wir alles auf die Beine stellen können, wenn wir zusammenarbeiten. Selbst wenn es „nur“ die Tätigkeit als Guide ist, das Tütenpacken, die Zeit hinter dem Check-In-Schalter, im Tagungsbüro, das Korrekturlesen der Eventbeschreibungen, das Abgehen und Zeitmessen der Wege vom Tagungshotel zu den Eventlocations oder auch die Zeit in der Planungsphase. Für das Gefühl, ein kleiner Teil von etwas Großem zu sein.
Wenn ich bei diesem Jahrestreffen eines gelernt habe, dann das: MENSA ist, was wir daraus machen! Zusammen!

PS: Und ich habe noch etwas gelernt: Ich kann mehr, als ich jemals gedacht hätte. Danke Herbert und René für die sanften Anschubser, danke für die Telefonate, danke Orga-Team für eure Arbeit und danke, dass ich Helferchen sein durfte. Ich freue mich schon auf Nürnberg!