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10.03.2016

Mensa vergibt IQ-Preise für 2015 in drei Kategorien

Mensa, der Verein für hochbegabte Menschen, hat am 10. März 2016 den Deutschen IQ-Preis 2015 in drei verschiedenen Kategorien vergeben. Mit dieser Auszeichnung würdigt der über 12.500 Mitglieder zählende Verein für Hochbegabte einmal im Jahr Personen oder Institutionen, die sich besonders um das Thema Hochbegabung in der Öffentlichkeit verdient gemacht haben.

In der Kategorie „Intelligenz zum Wohle der Allgemeinheit nutzen“ fiel die Entscheidung der Mensa-Mitglieder auf foodsharing.de, weil dieser Verein durch seine kritischen und teils überraschenden Aktionen die breite Öffentlichkeit dazu anregt, die Nutzung von Lebensmitteln und deren Verschwendung zu hinterfragen. Seit über vier Jahren bewahren die Lebensmittelretter von foodsharing.de nicht verkäufliche, aber noch genießbare Lebensmittel vor der Mülltonne. Aus den Anfängen des „containerns“ wurde eine Organisation die selbst den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen tagtäglich vorlebt und fördert. Mensa würdigt durch sein Mitgliedervotum die Arbeit von foodsharing.de und wünscht für die Zukunft viel Erfolg bei der Rettung von Lebensmitteln ebenso wie bei der Schaffung eines ressourcenbewussten Umfelds, um Verschwendung aktiv zu verhindern.

In der Kategorie „Intelligente Vermittlung von Wissen“ entschieden sich die Mensaner für Dr. Daniele Ganser, weil er durch seine kritischen und teils kontroversen Veröffentlichungen die breite Öffentlichkeit dazu anregt, die Welt um sich herum zu hinterfragen. Ganser, geboren 1972, ist ein Schweizer Historiker und Friedensforscher, zudem Lehrbeauftragter am Historischen Seminar der Universität Basel. In seinen Büchern beschäftigt er sich mit historischen Themen wie der Kuba-Krise und der Rolle der Nato in Europa, aber auch mit aktuellen Themen. Exemplarisch untersucht er anhand der Situation der Schweiz die Abhängigkeit aller Industrienationen vom Erdöl. Mensa würdigt die Arbeit von Daniele Ganser als Publizist und kritischer Mahner, die eigene Intelligenz zum Wohle der Allgemeinheit einzusetzen.

Die Kategorie „Hochbegabung in der Öffentlichkeit“ ist diesmal durch die Initiative „ArbeiterKind“ repräsentiert, weil diese – wie Mensa selbst – das Wohl der Allgemeinheit fördert und den Zugang zu Bildung und Studium für alle unterstützt. ArbeiterKind ist eine gemeinnützige Initiative mit mittlerweile bundesweit ca. 6.000 (Stand Frühjahr 2015) ehrenamtlichen Mentorinnen und Mentoren in 75 lokalen Gruppen, die Schülerinnen und Schüler aus Familien, in denen noch niemand oder kaum jemand studiert hat, zum Studium ermutigt und sie vom Studieneinstieg bis zum erfolgreichen Studienabschluss unterstützt. In Deutschland lässt sich die Wahrscheinlichkeit, ob ein Kind studieren wird, immer noch am Bildungsstand der Eltern ablesen. Laut der aktuellen 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) nehmen von 100 Akademikerkindern 77 ein Studium auf. Dagegen studieren von 100 Nicht-Akademikerkindern lediglich 23, obwohl doppelt so viele die Hochschulreife erreichen. Die finanzielle Belastung ist dabei nur einer von vielen Gründen, die diese Abiturienten von einem Studium abhalten.

Die IQ-Preise in allen drei Kategorien werden am Samstag, 23. April im Rahmen des deutschen Mensa-Jahrestreffens in Bonn feierlich überreicht.

Mensa in Deutschland e.V. (www.mensa.de) bietet Hochbegabten ein Forum, auf dem sie Kontakte knüpfen, sich treffen, austauschen und sich gegenseitig unterstützen können. Interessenten, die den Verein und seine Mitglieder kennenlernen wollen, sind stets willkommen.

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