Über den IQ - Mensa in Deutschland (MinD)

Was ist eigentlich der IQ?

Brain

Der Intelligenzquotient wurde von Wissenschaftlern definiert, um Aussagen über die relative Intelligenz von Menschen machen zu können. Was ist Intelligenz? Eine eindeutige, allgemein anerkannte Definition gibt es nicht. In der Wissenschaft gibt es ausführliche Umschreibungen wie die, Intelligenz sei die Leistungsfähigkeit bei der Bewältigung unbekannter Aufgaben, aber auch die Kurzformel "Intelligenz ist, was der Intelligenztest misst".

Der Intelligenzquotient ist das Ergebnis der mittels eines Intelligenztests vorgenommenen Messung. Nicht alle Verfahren benutzen dieselbe Skala, deshalb muss man den Test kennen, um ein erzieltes Ergebnis zu bewerten. Das ist nicht anders als bei Temperaturangaben: Der Meßwert '20 Grad' sagt wenig, solange nicht klargestellt wird, ob Celsius oder Fahrenheit gemeint ist.

Der IQ wird allgemein als Maßstab für Intelligenz verstanden, doch ein Test kann nur bestimmte Fähigkeiten untersuchen, etwa logisches Denken oder räumliches Vorstellungsvermögen. Andere Aspekte der geistigen Leistungsfähigkeit entziehen sich dagegen einem standardisierten Untersuchungsverfahren. Das gilt für die Kreativität, aber auch für die sogenannte soziale Intelligenz, die ein Mensch beim Umgang mit anderen an den Tag legt. Trotz der bekannten Unzulänglichkeiten bleiben IQ-Tests das beste Untersuchungsinstrument für die Intelligenz, das uns zur Verfügung steht.

Intelligenzforschung und IQ-Tests

Die ersten systematischen Anfänge der Intelligenzforschung wurden in Frankreich durch den Mediziner Alfred Binet (1857-1911) gemacht. Er sollte einen Test entwickeln, um lernbeeinträchtigte Schulkinder zu identifizieren. Der deutsche Psychologe William Stern (1871-1938) nahm einige seiner Ideen auf und entwickelte den Intelligenzquotienten, dabei wurde das Intelligenzalter durch das Lebensalter dividiert. Diese Konzepte wurden weiterentwickelt und David Wechsler führte in den 30er Jahren statistische Kennwerte ein.

Es folgten weitere Forschungen in verschiedene Richtungen (Armeetests, Einzel- und Gruppentests für verschiedene Alterstufen) mit unterschiedlichsten Fragestellungen (diagnostische Inhalte, Intelligenzfaktoren, Intelligenzstrukturtests).

In der modernen Intelligenztestentwicklung werden mehrere Dimensionen bei der Testkonstruktion berücksichtigt, wobei verschiedene Fähigkeitsbereiche auf der theoretisch-kognitiven Ebene wie z.B. verbale, numerische, figurale und prozessuale Fähigkeiten und das Gedächtnis getestet werden. Die Testkonstruktion ist ein kompliziertes statistisches Verfahren, wobei jede einzelne Aufgabe analysiert und der Test in langen Prozeduren geprüft und an einer umfassenden Stichprobe normiert und geeicht wird.

Das Intensitätsniveau der Konzentrationsfähigkeit und Verarbeitungskapazität, Aufgabenerkennung und Aufgabenerfassung, Wissensorganisation und Wissensreproduktion ist hier von großer Bedeutung. Die Informationsverarbeitenden Prozesse wie Wahrnehmung und Aufnahme, Abgabe und Verarbeitung, Speicherung und Wiedergabe, Vernetzung und Handlung und das Zusammenspiel dieser Faktoren in einer bestimmten Zeit sind auf unterschiedlichen Ebenen anzuwenden. 

Eine einheitliche Definition der Intelligenz liegt bis heute nicht vor. Intelligenz ist ein komplexes Konstrukt, es ist gekennzeichnet durch eine Vielzahl von Teilfähigkeiten oder Fähigkeitsbereichen, die mit einem Intelligenztest so gut wie möglich im Rahmen einer wissenschaftlich gesicherten Definition erfasst werden sollen.

Literatur und Links

Wenn Sie sich näher für die Themen „Intelligenz“, „Intelligenztests“ und „Hochbegabung“ interessieren, empfehlen wir folgende Literatur:



Intelligenz und Intelligenztests

Carroll, J. B. (1993). Human Cognitive Abilities. Cambridge: Cambridge University Press.

Preckel, F. / Brüll, M. (2008). Intelligenztests. München: Reinhardt utb.

Rost, D. H. (2009). Intelligenz. Fakten und Mythen. Weinheim: Beltz.

Stern, E. & Neubauer, A. (2013). Intelligenz. Große Unterschiede und ihre Folgen. Stuttgart: DVA.

 


Hochbegabung

Alvarez, C. (2008, 2. Aufl.). Hochbegabung: Tipps für den Umgang mit fast normalen Kindern. München: dtv.

Brackmann, A. (2008, 3. Aufl.). Ganz normal hochbegabt - Leben als hochbegabter Erwachsener. Stuttgart: Klett-Cotta.

Brackmann, A. (2007, 4. Aufl.). Jenseits der Norm - hochbegabt und hoch sensibel? Stuttgart: Klett-Cotta.

Preckel, F. & Baudson, T. G. (2013). Hochbegabung. Erkennen, verstehen, fördern. München: C. H. Beck.

Preckel, F. & Vock, M. (2013). Hochbegabung. Ein Lehrbuch zu Grundlagen, Diagnostik und Fördermöglichkeiten. Göttingen: Hogrefe.

Rohrmann, S. & Rohrmann, T. (2005). Hochbegabte Kinder und Jugendliche. Diagnostik - Förderung - Beratung. München: Ernst Reinhardt Verlag.

Stapf, A. (2009, 4. Aufl.). Hochbegabte Kinder. Persönlichkeit, Entwicklung, Förderung. München: C. H. Beck.

Webb, J. T. et al. (2015). Doppeldiagnosen und Fehldiagnosen bei Hochbegabung. Bern: Verlag Hans Huber.

Webb, J. T. / Tolan, E. A. / Meckstroth, S. S. (2007, 5. Aufl.). Hochbegabte Kinder, ihre Eltern, ihre Lehrer. Bern: Verlag Hans Huber.

Ziegler, A. (2008). Hochbegabung. München: Reinhardt utb.

 

Broschüren

Vock, H. (2008): Handbuch Hochbegabtenförderung in Kindertagesstätten

 

Links

de.wikipedia.org/wiki/Intelligenz
Informationen zur Geschichte des IQ und zu verschiedenen Testverfahren.

www.netschool.de/ler/lerzit1.htm
Alle Begriffe zum Thema Intelligenz werden angemessen erklärt.

http://www.bmbf.de/de/762.php
Bundesministerium für Bildung und Forschung: Infos zur Begabtenförderung

http://www.bildung-und-begabung.de/begabungslotse/ueber-den-begabungslotsen
Der Begabungslotse des BMBF mit bundesweiten Angebote zur Begabtenförderung

http://www.fachportal-hochbegabung.de/intelligenz-tests/
Informationen zu IQ-Tests von der KARG-Stiftung

http://www.fachportal-hochbegabung.de/blog/
Das Blog zum Thema Hochbegabung mit Informationen aus Wissenschaft und Praxis