Über den IQ

Es gibt in Wissenschaft und Praxis zahlreiche Definitionen von Hochbegabung. Die wohl bekannteste, die auch Mensa verwendet, orientiert sich am Intelligenzquotienten (IQ). Nach dieser Definition besteht eine Hochbegabung dann, wenn in einem IQ-Test ein besseres Ergebnis erzielt wird, als 98% der Bevölkerung es erreichen würden.

Dies entspricht nach der in Deutschland üblichen Skala einem IQ ab 130. Hast Du den Nachweis Deiner Hochbegabung erbracht und bist Mensa beigetreten, spielt der IQ-Wert im Verein keine Rolle mehr.

Was ist eigentlich der IQ?

Der Intelligenzquotient wurde erstmals von dem deutschen Psychologen William Stern (1912) definiert, um Aussagen über die relative Intelligenz von Menschen machen zu können. Was aber ist Intelligenz? Die eine, allgemein anerkannte Definition gibt es nicht. In der Wissenschaft gibt es ausführliche Umschreibungen, u. a., der Intelligenz sei die Leistungsfähigkeit bei der Bewältigung unbekannter Aufgaben, aber auch die Kurzformel „Intelligenz ist, was der Intelligenztest misst“.

Der Intelligenzquotient ist das Ergebnis der mittels eines Intelligenztest vorgenommenen Messung. Nicht alle Verfahren benutzen dieselbe Skala, weshalb man wissen muss, welcher Test verwendet wurde, um ein erzieltes Ergebnis bewerten zu können. Das ist wie bei Temperaturangaben: Der Messwert „20 Grad“ sagt wenig, solange nicht klargestellt wird, ob Celsius oder Fahrenheit gemeint ist. Die meisten in Deutschland verwendeten Tests sind auf einen Mittelwert (Durchschnitt) von 100 und eine sogenannten "Standardabweichung" (ein Maß für die Streuung, also die Unterschiedlichkeit der Werte) von 15 skaliert.

Das Ergebnis des IQ-Tests sagt auch nichts über die Klugheit der getesteten Person aus, sondern gibt nur Auskunft über deren grundsätzliche kognitive Leistungsfähigkeit und somit letztlich über die Arbeitsweise ihres Gehirns. Ein hoher IQ kann bestenfalls dabei helfen, sehr klug zu werden, ist aber allein dafür nicht ausreichend.

Der IQ wird allgemein als Maß für Intelligenz verstanden, doch jeder Test kann nur bestimmte Fähigkeiten untersuchen, zum Beispiel logisches Denken oder räumliches Vorstellungsvermögen. Kein Test erfasst alle Facetten der Intelligenz! Manche wichtige Aspekte der geistigen Leistungsfähigkeit sind nicht ganz so einfach messen. Das gilt beispielsweise für Kreativität, aber auch für die sogenannte soziale Intelligenz, die ein Mensch beim Umgang mit anderen Menschen an den Tag legt. Auch, wenn natürlich kein Test perfekt ist: IQ-Tests sind das beste Untersuchungsinstrument für die Intelligenz, das uns derzeit zur Verfügung steht.