Wissenschaftliche Veröffentlichungen

1. Zeitschriftenpublikationen mit Peer-Review, in die Mensa in Deutschland involviert war

The mad genius stereotype: Still alive and well

(Baudson, 2016, Frontiers in Psychology; mitfinanziert von Mensa in Deutschland)

Anhand einer repräsentativen deutschsprachigen Errwachsenenstichprobe (über 1000 Personen) konnten zwei Gruppen mit unterschiedlichen Sichtweisen auf Hochbegabte identifiziert werden: Die Gruppe mit der "harmonischen" Sichtweise schreibt Hochbegabten ein hohes Potenzial und ein etwas überdurchschnittliches Leistungsniveau zu, sieht sie aber als unauffällig im Hinblick auf soziale und emotionale Probleme und auch nicht als generell überlegen. Die "disharmonische" Gruppe urteilt ähnlich in Bezug auf Potenzial, Leistung und generelle Überlegenheit, verbindet Hochbegabung jedoch mit psychischen Problemen und sozialen Schwierigkeiten. Zwei Drittel der Befragten hängen diesem Stereotyp an! Unklar ist jedoch, wodurch das Stereotyp bedingt wird. Hierzu brauchen wir mehr und wohl auch umfangreichere Forschung …

The importance of being gifted: Stages of gifted identity development, their correlates and predictors

(Baudson & Ziemes, 2016, Gifted and Talented International; Datenerhebung mit Unterstützung von Mensa in Deutschland)

Wie integriert man ein stigmatisiertes Merkmal in die eigene Identität? Das klassische Modell von Vivian Cass (1979) zur homosexuellen Identitätsentwicklung gibt hier einige Anhaltspunkte, wie die "Minderheit" für das Individuum an Bedeutung gewinnt und man sich dieser Gruppe zunächst immer näher fühlt und dann auch zeigt, dass man ihr angehört. Diese querschnittliche Untersuchung von 742 Mensaner*innen über 16 Jahren unternahm den Versuch, dieses Modell auf die eher ambivalent konnotierte Minderheit der Hochbegabten zu übertragen. Mit Hilfe von latenten Klassenanalysen untersuchten wir, ob sich verschiedene "Identitätstypen" mit ausgeprägten Profilen identifizieren lassen, die mit hohen Werte auf jeweils einer bestimmten Identitätsstufe einhergehen. So klar zeigte sich das zwar nicht (immerhin waren die Teilnehmenden bereits als hochbegabt identifiziert); jedoch fanden sich vier Gruppen, die sich als unterschiedlich weit fortgeschritten in ihrer Identitätsentwicklung interpretieren lassen. Die Punktwerte, die für die jeweilige Identitätsstufe erzielt werden, hängen in theoretisch sinnvoller und nachvollziehbarer Weise unterschiedlich mit psychosozialer Gesundheit und Copingstrategien zusammen.

 

2. Profile von Mitgliedern des Teams Wissenschaft und Forschung