- Erwin Klein
Zu Gast beim Mensa Italia Convegno in Genua im März 2026
Typisch Deutsch. Ich war natürlich übermotiviert und der Erste.
Als ich am Donnerstagnachmittag im Tagungshotel in Genua ankam, war vom angekündigten Convegno nichts zu sehen – nur ein verwaister Tisch mit blauem Tuch und Mensa-Logos stand in einer Nische. Das Convegno von Mensa Italia – das italienische Äquivalent zum deutschen Jahrestreffen – war vom 27. bis 29. März in Genua angesetzt. Das Einchecken sollte einen Tag früher, an diesem Donnerstag beginnen.
Allora. Wir sind in Italien. Erst mal einen Caffè – eine Bar ist ja immer in der Nähe.
Und natürlich regelte sich alles fast von allein.
Nach und nach trudelten Grüppchen von Ms ein, es wurde zunehmend lebhaft, ein paar Gesichter erkannte ich wieder von dem Jahrestreffen zwei Jahre vorher in Ravenna. Dort war ich zum ersten Mal bei Mensa Italia zu Gast. Sofort war man wieder im Gespräch, das Mensa-Familien-Gefühl benötigt keine lange Anlaufzeit. In Italien schon gar nicht.
Inzwischen quoll es rund um den einsamen blauen Tisch über von Kartons, Unterlagen und Papierbergen. Der Empfang war geöffnet, und die bestellten Merch-Artikel konnten auch gleich mitgenommen werden.
Rund 350 Anmeldungen gab es für das Treffen. Das ist eine Menge, denn in Italien gibt es nur knapp 2.700 Ms. Gaia Satta, seit November 2025 Präsidentin von Mensa Italia, meinte dazu: „Mensa hat in Italien kein gutes Image, die Mitglieder gelten als elitär. Besonders im Süden ist es für Mensaner schwierig.“ Das führe allerdings auch dazu, dass der Zusammenhalt im Verein außergewöhnlich sei. „Die Mitglieder nehmen große Anstrengungen in Kauf, um beispielsweise bei Treffen dabei zu sein. Für viele ist Mensa buchstäblich ein Familienersatz.“
Und wo regelt man Familienangelegenheiten am besten? Genau, beim Essen. Die „Cene sociale“, die geselligen Abendessen, sind legendär. Für den Convegno waren insgesamt fünf angesetzt, mit Teilnehmerzahlen bis zu 300 Ms und einer geplanten Dauer zwischen zwei und vier Stunden. Selbstverständlich waren die genauen Speisefolgen im Programm veröffentlicht – und wurden intensiv diskutiert.
Aber es geht bei Mensa Italia natürlich nicht immer nur um das eine. Neben Essen und Trinken wurde ein ziemlich wilder Themen-Mix angeboten. Das Programm las sich wie eine Mischung aus Uni-Festival und Klassenfahrt für Hochbegabte: Escape Room, Trekking in den Bergen, Pokerturnier, Robotik-Vorträge, Retrogaming – und irgendwo dazwischen eine Führung durch Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Alles war zu Beginn des Convegno ausverkauft.
Daneben gab es den inoffiziellen Programmteil: M hockte zusammen, ging spontan auf Erkundungs-Tour, machte Pläne für die kommenden Events oder feierte eine Privat-Party. Dafür war Genua ein ziemlich geeigneter Ort: nicht allzu touristisch und auf den ersten Blick auch nicht besonders attraktiv. Aber mit einer lebendigen mittelalterlichen Altstadt, einer internationalen Bevölkerung und einem entsprechenden Ristorante- und Ausgeh-Angebot.
Das Finale war der Sonntags-Brunch, bei dem noch einmal alle zusammenkamen. Stilvoll mit reichlich Prosecco bestätigte man sich gegenseitig, ein paar großartige Tage erlebt zu haben, bevor es dann auf den oft langen Weg zurück nach Hause ging.
Das nächste Mensa-Italia-Event folgt schnell: Im Juni steht MIG (Mensa Italia Game) an. Eine Zusammenkunft in Palermo rund um das Thema Spielen – mit wahrscheinlich noch mehr Teilnehmenden als beim Convegno. Alles, was im weitesten Sinne mit Gaming zu tun hat, ist extrem populär bei Mensa Italia.
An diesem letzten Tag entstand auch noch ein ausführliches Interview mit Präsidentin Gaia Satta. Daraus wurde eine Podcastfolge von „130 und mehr“ – erstmals auf Englisch, mit reichlich Hintergrundgeräuschen und insgesamt leicht chaotisch. Typisch Italienisch eben: sehr lebendig, sehr emotional und absolut anhörenswert.
Links:
https://130undmehr.podigee.io/
https://www.instagram.com/mensa.italia/
Wer Detailinformationen zu Mensa Italia oder Kontakte sucht, kann sich gern an mich wenden.


