- von Erwin Klein
Das ganze Gespräch gibt es auf https://130undmehr.podigee.io/ und auf allen bekannten Podcast Plattformen unter „130undmehr“ zu hören.
München ist vorbei. Das in jeder Hinsicht wirklich große MinD-Jahrestreffen ist Geschichte und wirkt weiter. So auch im Mensa-Podcast „130 und mehr“, der in der aktuellen Folge versucht, ein Fazit zu ziehen. Hier einige Ausschnitte aus dem Gespräch zwischen Lina (war nicht beim JT dabei) und Erwin (der vier Tage München miterlebt hat):
Um ganz vorne anzufangen. Was waren denn deine Erwartungen?
Ich war die letzten Jahre kontinuierlich da. Jedes Treffen ist anders, weil andere Städte, andere Atmosphäre, andere Leute, die es vorbereiten – aber irgendwie ähneln sie sich natürlich.
Es gibt immer ein umfangreiches Programm, Besichtigungen, Stadtführungen, Vorträge, Workshops et cetera. Es gibt immer als ein Höhepunkt die Mitgliederversammlung. Es gibt bestimmte Standardevents,.
Das heißt, man weiß ungefähr, was einen erwartet. Vor allen Dingen lag das Tagungshotel in der Nähe, wo ich über zehn Jahre gewohnt habe. Ich kannte mich also aus, und bin da nicht hingefahren, um München neu zu entdecken oder zu erkunden.
Ich finde es eigentlich immer am coolsten, wenn im Tagungshotel im Innenraum rumsitzt, hofft, dass die Sonne scheint und guckt, wer vorbeikommt. Und es kommt immer jemand vorbei, man wird angesprochen oder spricht selbst andere Ms an.
Was würdest du sagen, hebt dieses Mensa-Jahrestreffen ab von Events anderer Vereine; was macht es so besonders?
Zum einen natürlich die Menge der Leute. Es waren knapp 1700 Ms dort. Das ist einfach viel.
Und andererseits ist es auch so, dass es etwas sehr Familiäres hat, für mich jedenfalls. Es sind ähnlich wie ich viele Leute, die regelmäßig zur MV kommen. Das heißt, man kennt sich zumindest vom Sehen.
Das Besondere ist auch, dass fast alle, die dort rumlaufen, Vereinsmitglieder sind. Das heißt, man hat eine gewisse Verbindung und dadurch auch eine gewisse Vertrautheit.
Ich habe zum Beispiel eine Stadtführung mitgemacht zum Thema Nationalsozialismus. Ich wusste zwar ungefähr, was da kommt, aber ich fand es trotzdem interessant. Es gab auch einige Details, die mir neu waren.
Und das Schöne bei solchen Führungen ist, man läuft nebeneinander her und natürlich redet man miteinander. Das ist einfach eine nette Art, zum einen die Stadt zu erleben, und eben auch, zwei, drei, vier Leute, mit denen man mehr oder weniger flüchtig ins Gespräch kommt. Einfach angenehm.
Würdest du sagen, dass es einen typischen Mensa-Vibe gibt? So ein Vereinsstimmung?
Ja, ein bisschen schon – ich denke gerade in diese nerdige Richtung.
Zum Beispiel gibt es auf jedem JT das Spielezimmer. Das heißt, es gibt Ms, die kommen an, die checken ein und die haben ihre ganzen Brettspiele und so dabei. Die treffen sich dann in diesem Zimmer, packen ihre Spiele aus, und ich habe das Gefühl, die nächsten drei Tage sind die beschäftigt. Die nächsten drei Nächte auch. Denn wenn man rausgeht und drei Stunden später wieder reinkommt, sitzen die gleichen Leute am gleichen Tisch vor dem gleichen Spiel mit unverminderter Begeisterung und Konzentration.
Das ist etwas, das findest du nur bei Mensa.
Noch eine Stufe höher sind für mich die Leute, die puzzeln. Die sind auch im Spielezimmer.
Diese 5000-Teile-Puzzles. Das sind aber keine Puzzles, wie du und ich sie kennen. Eins war zum Beispiel ein Foto von der Sonne mit Sonnenflecken drauf. Da war nur gelb und braun in allen Varianten. Die einzelnen Teile sehen alle gleich aus. Und dann sitzen da Leute, mehrere, zum Teil auch abwechselnd, wirklich drei Tage davor und fummeln so lange rum, bis es dann irgendwie fertig ist.
Ich finde schön, dass es den Raum dafür gibt.
Das nächste Treffen wird übrigens in Heidelberg sein.
Das ist ja bei mir um die Ecke. Ich kenne mich da gut aus. Ist ja super.
Ja, Lina, jetzt kannst du dich nicht mehr rausreden. Nächstes Jahr Heidelberg.
Ich bin übrigens häufig nach dir gefragt worden.
Ja, nächstes Jahr bin ich am Start. Ich freue mich ja auch mal ein paar Gesichter zu sehen, dadurch dass ich ja auch selber noch ganz frisch bin.
Ich finde auch übrigens gerade sehr spannend, das so ein bisschen von dir zu hören, weil ich war ja nur einmal auf dem Aktiventreffen, was ja eine kleinere Dimension ist. Und ich hätte schon Respekt gehabt, zum Jahrestreffen zu kommen, deshalb ist es auch hier gutes Herantasten gerade.
Worüber ich noch etwas wissen wollte, ist die Mitgliederversammlung. Kannst du vielleicht einfach nur vom Konzept her berichten, wie sowas aussieht, was da alles besprochen wird, wie das ablief?
Ja, mit aller Zurückhaltung. Die Mitgliederversammlung ist eine Veranstaltung, wie von jedem Sportverein oder Heimatverein. Da gibt es genaue Regeln, was ein eingetragener Verein einmal im Jahr abhalten muss, nämlich die Versammlung mit Rechenschaftsberichten und der Vorstand wird entlastet, all diese Geschichten.
Und dann gibt es die Anträge. Alle Mitglieder dürfen bei uns bis zu zwei Anträge stellen.
Im Prinzip kann man alles beantragen. Ob es dann auch verhandelt wird, ist eine andere Sache. Und es ist ja bekannt, dass die letzten drei Mitgliederversammlungen sehr konfrontativ abgelaufen sind, dass auch jeweils die Tagesordnung nicht bis zum Ende verhandelt werden konnte.
Es war diesmal jedenfalls so, dass es eine absolut disziplinierte, geordnete und sehr effiziente MV war. Es wurden alle Anträge abgearbeitet. Wir waren sogar ein bisschen früher fertig als geplant.
Es lief für alle Beteiligten, glaube ich, überraschend unfallfrei ab.
Teilweise ging es schon hoch her. Aber zum ersten Mal seit ein paar Jahren wurde das, was auf der Tagesordnung stand, wirklich komplett behandelt.
Das war wirklich ein überraschend positives Erlebnis, denn im Vorfeld gab es da wieder alle möglichen Spekulationen und Überlegungen.
Ein Punkt bei der Mitgliederversammlung ist natürlich immer tosender Applaus für die Organisatoren. Im Mittelpunkt Ulrike und ihr Team, die da auf der Bühne standen. Da kam eine richtige Begeisterungswelle hoch. Das war schon außergewöhnlich.
Spannend. Also ich nehme mit, nächstes Jahr muss ich kommen.
Heidelberg ist ja wirklich attraktiv und wenn du kommst, ich dann muss ich natürlich auch.
Ich kann dich ja nicht allein auf die 1000 Mensaner dort loslassen.
Ja, dann erscheinen wir im Doppelpack.


